Von Equipo VivePatagoniaRedaktion des Portals
Am Rand von Puerto Aysén und in weiten Teilen des feuchten Patagoniens gibt es Flächen, die von Weitem wie durchnässte Weiden aussehen, mit rötlichen und grünen Flecken zwischen den Gräsern. Es sind keine Weiden, sondern Torfmoore. Der Feldführer „Explorando Aysén“ des Museo Regional de Aysén zählt die Moore rund um die Stadt zu den Kulturerbestätten der Gegend.
Was ein Torfmoor ist
Das chilenische Gesetz definiert es als eine Art Feuchtgebiet, das sich dadurch auszeichnet, dass es Torf bildet: eine Mischung aus Pflanzenresten in unterschiedlichen Zersetzungsstadien, angesammelt in einem wassergesättigten Milieu. Wo der Boden ständig mit Wasser vollgesogen ist, fehlt den Pflanzenresten der Sauerstoff, um sich ganz zu zersetzen, und sie lagern sich Schicht um Schicht ab.
In Aysén werden vor allem drei Typen untersucht: Torfmoore aus Sphagnum-Moos, Polstermoore, die von polsterförmig wachsenden Pflanzen gebildet werden, und Mischmoore.
Warum sie wichtig sind
Torfmoore speichern Kohlenstoff und regulieren den Wasserhaushalt. Das Sphagnum-Moos, aus dem viele von ihnen bestehen, hält die Feuchtigkeit bemerkenswert gut fest: Es wirkt wie ein Schwamm, der bei Regen aufsaugt und das Wasser nach und nach wieder abgibt.
Genau diese Fähigkeit hat es zur Ware gemacht. Sphagnum wird geerntet und exportiert, vor allem nach Asien, für die Orchideenzucht. Eine Studie des Instituto Forestal über Aysén warnt, dass die Übernutzung das Wasser, den Kohlenstoff und die Unversehrtheit des Ökosystems gefährdet und dass dort, wo das Moos vorherrscht, nur oberflächlich geerntet werden sollte, nicht tiefer als zehn Zentimeter, damit es sich erholen kann.
Was das Gesetz sagt
Seit 2024 schützt das Gesetz 21.660 die Torfmoore als strategische Reserven für Klima, Wasser und Artenvielfalt. Es verbietet den Torfabbau im ganzen Land und erlaubt die Ernte des Mooses Sphagnum magellanicum nur mit einem Bewirtschaftungsplan, den der Servicio Agrícola y Ganadero genehmigt, nach positivem Gutachten des Servicio de Biodiversidad y Áreas Protegidas, der auch die Kontrolle übernimmt.
Die Unterscheidung ist wichtig: Das Gesetz verbietet nicht das Moos, sondern den Abbau des Torfs, der außerordentlich lange braucht, um zu entstehen.
Wie man sie betrachtet, ohne sie zu beschädigen
- Immer auf dem Weg oder dem Steg bleiben. Schritte verdichten den Torf, und die Spuren schließen sich nur langsam.
- Kein Moos mitnehmen, nicht einmal eine Handvoll: Seine Ernte ist gesetzlich geregelt.
- Kein Feuer und keine Zigarettenkippen. Trockener Torf brennt, und ein Torfbrand kann sich unter der Oberfläche ausbreiten.
- Den genauen Standort eines wenig besuchten Torfmoors nicht veröffentlichen. Für einen empfindlichen Ort ist der beste Schutz, dass er nicht überlaufen wird.
Geprüft am
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